Das Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2020

Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2020

Wahlprogramm 2020 zur Kommunalwahl in Gronau

Der Grünen-Wahlkampf-Flyer 2020 stellte den Wähler*innen das Wahlprogramm 2020 zur Kommunalwahl vor.

Erste Kandidatur seit den 1990er Jahren

Im Bezirk 20 kandidiert Gabi Drees

Gabi Drees sitzt schon im Rat, ab November 2020 für die Bündnis-Grünen.

Mit ihrem Wahlprogramm 2020 zur Kommunalwahl in Gronau trat die Partei Bündnis 90/ Die Grünen erstmals seit den 90ern  wieder bei einer Kommunalwahl in Gronau an.

Florian Wielens

Florian Wielens

Auf Anhieb errang der 2018 neu aufgestellte Grünen-Ortsverband der Partei vier Sitze im Rat der Stadt Gronau.

Susan Trautwein-Köhler

Susan Trautwein-Köhler

Unsere Ratsmitglieder sind in der kommenden Ratsperiode ab November 2020:

Klaus Bieber

Klaus Bieber

Gabi Drees, Florian Wielens, Susan Trautwein-Köhler und Klaus Bieber.

 

Zusammen mit den “Sachkundigen Bürger*innen bzw. Einwohner*innen, die unsere Partei in die Gremien des Rates entsendet, wollen diese vier möglichst viel vom Grünen-Wahlprogramm in Gronau umsetzen.”

Dieses Programm ist nachfolgend dokumentiert.

Kommunalwahlprogramm 2020

 

Kämpften für das Wahlprogramm 2020 zur Kommunalwahl: Unsere Listenkandidaten vor dem Rathaus, von denen ab November 2020 vier als Ratsfrauen und Ratsherren einziehen werden.

Wahlprogramm 2020 zur Kommunalwahl

WIR WÜNSCHEN

uns ein ökologisches, vielfältiges und friedliches Gronau. Eine Stadt, die allen eine Chance gibt und niemanden zurück lässt. Eine Stadt, die Klimaschutz ernst nimmt und nachhaltig wirtschaftet.

WIR WISSEN

aber, dass eine demokratische Gesellschaft von Dialog und Kompromissen lebt. Daher sind wir jederzeit bereit zu verhandeln und hoffen, dass wir in der Sache überzeugen können.

WIR STEHEN

gemeinsam für neue, grüne Impulse in Gronau und Epe. Unser Team besteht aus politischen Neulingen genau wie aus alten Hasen, aus Menschen mit ganz verschiedenem Alter, Beruf und Lebensweg. Uns eint die Überzeugung:

Gronau geht Grüner!

WOHNEN

Wir von Bündnis 90/Die Grünen kämpfen für ein Gronau, in dem alle Menschen gut leben können – unabhängig von Alter, Herkunft, Bildung, Gesundheit oder Vermögen.

Oft scheitert das schon bei der Wohnungssuche:

Der Wohnungsmarkt wird von kurzsichtigen Investoren beherrscht – das ist nicht akzeptabel!

Bezahlbarer und gesunder Wohnraum ist ein Menschenrecht, Wohnungsbau muss von den Menschen her gedacht werden, nicht vom Geld her.

– Innenstadt ökologisch-nachhaltig entwickeln

– sozialen Wohnungsbau vorantreiben

– faire Mieten statt Gewinnstreben

 

Wir begrüßen grundsätzlich die Schaffung eines Gronauer Konzepts zur Steuerung der Wohnraumentwicklung durch die Stadt.

Statt neue Flächen im Außenbereich zu verbrauchen, sollte lieber in der Innenstadt ökologisch-nachhaltig saniert werden. Wir wünschen uns eine soziale Durchmischung der Wohngebiete, es muss dabei auch ausreichend günstigen Wohnraum geben: Sozialwohnungen genau wie kleine Apartments für Studierende und Singles.

In der Gronauer Innenstadt gibt es hierfür viele Möglichkeiten. Zum Beispiel begrüßen wir die Pläne für die Weiße Dame als Mehrgenerationenhaus, das sowohl Pflegewohnungen als auch Studentenzimmer beherbergen soll. Auch für das Germaniagelände in Epe gibt es Konzepte mit Potential.

Bei der Baupolitik muss unbedingt auch der Klimaschutz beachtet werden. Die Bauindustrie muss nachhaltiger und ökologischer werden und die Richtlinien für Neubauten müssen am Klimaschutz ausgerichtet sein.

Hier sollte die Kommune durch entsprechende Bauleitplanung steuernd eingreifen. Das schon vorliegende neue Konzept muss zügig umgesetzt und weiterentwickelt werden.

MOBILITÄT

Lebensqualität bedeutet auch: Mobil sein.

Bei uns auf dem Land ist das derzeit noch schwierig ohne eigenes Auto, doch wir sind überzeugt: Es gibt inzwischen echte Alternativen zum privaten PKW.

Fahrrad:

Wir müssen das Fahrrad endlich als Verkehrsmittel ernst nehmen. Wie das geht, zeigen unsere niederländischen Nachbarn eindrücklich.

Als Pilotprojekt könnte der Fietssnelweg F35 (Almelo, Hengelo, Enschede) mit Gronau verbunden werden. Des Weiteren muss die Anschaffung von Fahrrädern, gerade auch Lastenrädern, kommunal gefördert werden.

Und natürlich muss die Infrastruktur ein rasches und sicheres Vorankommen per Fiets gewährleisten. Dabei genügt es nicht, einfach auf jeden Gehweg noch einen holprigen, schmalen Fahrradstreifen zu pressen! Es geht um eigene Hauptrouten mit sinnvollen Abbiegespuren und Ampelschaltungen für Fahrräder. Das erhöht nicht nur den Komfort sondern auch die Sicherheit für den Radverkehr.

ÖPNV:

Nicht jeder Mensch hat die Gesundheit und Fitness, sich bei jedem Wetter auf‘s Rad zu schwingen. Ohne PKW ist man dann auf den ÖPNV angewiesen.

Doch der Öffentliche Nahverkehr wird erst zum Erfolg, wenn er flächendeckend und jederzeit zur Verfügung steht und für alle bezahlbar ist. Darauf müssen wir auch und gerade in unserem ländlichen Raum hinarbeiten. Stichworte sind hier zum Beispiel Münsterland-S-Bahn, Baumwollexpress, Rufbus und 365 Euro Ticket.

Autos leihen und teilen:

In unserer zunehmend vernetzten Welt wird es immer einfacher, Autos gezielt zu leihen oder die Nutzung mit anderen Menschen zu teilen. Durch Ride Pooling und Car Sharing kann man die Zahl der benötigten Fahrzeuge stark reduzieren und hat dennoch, wenn nötig, einen PKW zur Verfügung.

Wir von Bündnis 90/ Die Grünen wollen in Gronau und Epe ein modernes Verkehrskonzept durchsetzen, damit wir bald immer mehr Parks statt Parkplätze genießen können.

KLIMA

Klimaschutz muss mehr sein als ein Nebenaspekt, der bei der Projektplanung im Kleingedruckten landet.

Klimaschutz ist Solidarität mit unseren Enkelinnen und Urenkeln.

Klimaschutz muss in der Politik an vorderster Stelle stehen.

Klimaschutz ist Teil einer größeren Entwicklung hin zu Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, denn nur so bleibt unser Raumschiff Erde dauerhaft für uns Menschen bewohnbar. Um es mit den Worten von Erich Fried zu sagen: „Wer will, dass die Welt so bleibt wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.“

Beim Klimaschutz haben wir gerade in der Kommunalpolitik viele Möglichkeiten und Handlungsansätze – „Global denken, lokal handeln“ ist das Motto.

Daher ist es absolut entscheidend, dass wir das Thema planvoll und umfassend angehen, nicht als Flickwerk von Einzelmaßnahmen und Fußnoten.

Im Rahmen des European Energy Award (EEA) wollen wir ein weitreichendes Gesamtkonzept für Gronau und Epe erarbeiten, das eine echte Priorität eingeräumt bekommt.

https://www.european-energy-award.de/

EUREGIO

Wir in Gronau und Epe sind Teil von Westfalen und vom Münsterland. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir auch eine europäische Stadt sind!

Unser Potential als Euregio-Stadt im Drilandeck ist noch lange nicht ausgeschöpft.

Bei Landschaftsplanung, Tourismus und ÖPNV sollte Gronau noch viel mehr die Zusammenarbeit mit  Twente und Overijjsel suchen, und auch den Anschluss Richtung Gildehaus und Bad Bentheim nicht vernachlässigen.

Die wirtschaftliche Entwicklung könnte von einer engeren Kooperation mit Enschede ebenfalls enorm profitieren, ohne dabei Klimaschutz und Nachhaltigkeit aus den Augen zu verlieren.

Es gilt, dass wir uns mit den Technologieentwicklern in Twente vernetzen: an der Universität Twente, an der Saxion Hochschule und im Businesspark NovelT. Spannende Innovationen entstehen bei nutzergetriebener Medizintechnik, intelligenten Produktionssystemen und „Smart Materials“.

Gronau kann für innovative Gründer  eine attraktive Plattform sein, wenn wir nur den Leerstand in der Innenstadt als Chance erkennen. Dann könnten die Ruinen der Textilindustrie zur Keimzelle einer neuen, ökologischeren Wirtschaftsentwicklung werden.

BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT

Gronau beherbergt schon jetzt eine Vielzahl von Kulturen und Lebensweisen, und mit einer engeren Anbindung an Enschede könnten es noch mehr werden.

Wir möchten eine demokratische und weltoffene Gesellschaft fördern, in der Vielfalt als Bereicherung erkannt wird, nicht als Bedrohung gefürchtet.

Für eine solche Zivilgesellschaft ist ehrenamtliches Engagement entscheidend wichtig, sowohl in sozialen Belangen als auch im kulturellen Leben der Stadt.

Vereine, Hilfsorganisationen, Kunst und Kultur sind das Herz des gesellschaftlichen Lebens, und nicht etwa Luxus oder Beiwerk.

Entsprechend sollte das vielfältige Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger gewürdigt und gefördert werden.

NATURSCHUTZ

Wir sind überzeugt, dass Naturschutz, Tourismus und Landwirtschaft gemeinsam gedacht werden müssen. Artenschutz kann nur in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft gelingen, die Landwirtschaft profitiert von einer intakten Natur ebenso wie von einem regionalen Tourismus.

Sowohl die innerstädtischen Grünflächen als auch die Natur und Landschaft im Umland wollen wir möglichst weitgehend erhalten und dort, wo möglich, ökologisch im Sinne der Artenvielfalt aufwerten.

Weitere Flächenversiegelung durch Neubaugebiete sollte die absolute Ausnahme sein.

Naturbelassene Flächen sind in vielerlei Hinsicht wertvoll: Als grüne Lunge sind sie günstig für die CO2-Bilanz, sie bieten Raum für Ruhe und Erholung und dienen entlang der Dinkel dem Hochwasserschutz.

In diesem Zusammenhang sollte der Drilandsee und seine Umgebung behutsam weiterentwickelt werden.

Mit seinen Sport- und Freizeitangeboten in unmittelbarer Nähe der wertvollen Schutzgebiete bietet der Drilandsee einzigartige Möglichkeiten.

Wir möchten Sport, Erholung, Naturerlebnis und Umweltpädagogik am Drilandsee verbinden – und zwar sowohl als stadtnahes Ausflugsziel für Gronau und Epe als auch für einen nachhaltigen überregionalen Tourismus.

Eine weitere Gastronomie an diesem Standort lehnen wir dabei ab – sie würde den Charakter des Drilandsees langfristig verändern, wir wollen dort familienfreundliche Angebote und Erholung fördern, keinen Partystrand.

LANDWIRTSCHAFT

Der Großteil des Gronauer Umlands besteht aus landwirtschaftlichen Flächen. Das ist gut so. Unsere Bäuerinnen und Bauern arbeiten mit großer Sachkenntnis und Engagement, unter miserablen Bedingungen, und stehen dabei unter enormem wirtschaftlichen Druck.

Für ihre wertvollen Lebensmittel erhalten sie nur selten angemessene Preise.

In der Preisschlacht der Discounter um immer billigere Lebensmittel sind nicht nur die landwirtschaftlichen Betriebe die wortwörtlichen Bauernopfer.

Oft gehen die Billigprodukte auch zu Lasten der Gesundheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Diesen Teufelskreis möchten wir durchbrechen.

Wir können auf Ebene der Kommune zwar keine umfassende Wende der Agrarpolitik einleiten.

Aber vielleicht können wir für Landwirtinnen und Landwirten bessere Möglichkeiten zur regionalen Direktvermarktung schaffen und sie bei der Umsetzung von Projekten wie Hofläden, Ferienangeboten oder dem Erhalt alter Obstsorten oder seltener Nutztierrassen unterstützen.

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